Siebzehn gute Beispiele für das Bürgerpreis-Motto „Retten, helfen, Chancen schenken“ – doch vier Preisträger haben besonders beeindruckt!

Marienau. „Retten, helfen, Chancen schenken“ so lautet das Motto des diesjährigen Deutschen Bürgerpreises“ auf lokaler Ebene. Das Echo in der Öffentlichkeit ist wieder eindrucksvoll. Siebzehn Bewerber haben in vier Kategorien an der Bewerbung um den Bürgerpreis teilgenommen, der regelmäßig seit mehr als zehn Jahren von den Sparkassen in Deutschland und von der Bürgerstiftung Weserbergland in der Region zum 6. Mal ausgelobt wird.

 

 

Landrat Tjark Bartels als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Weserbergland  und Sparkassendirektor Friedrich-Wilhelm Kaup als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland sowie die Jury um die Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller und Jutta Krellmann waren sich schnell einig: Eigentlich hätten alle siebzehn Bewerber diesen Bürgerpreis verdient. Doch es gibt eben immer nochmals Persönlichkeiten und soziale Netzwerke, die in diesem Wettbewerb der guten Taten das Tüpfelchen auf dem „i“. Darstellen. Wie zum Beispiel Carolina Schmidt-Karsch, die WINI-Chefin, die ihre Ausstellungshalle auch gleich für die Bürgerpreis-Verleihung zur Verfügung gestellt hat. Gewissermaßen auch in eigener Sache, denn sie ist die diesjährige Siegerin in der Kategorie “engagierte Unternehmer“. Der Marienauer Büromöbel-Designer WINI in Gestalt von Unternehmerin Carolina Schmidt-Karsch ist zur ersten Adresse geworden, wenn örtliche Organisationen um Unterstützung für ihre gemeinnützigen Vorhaben bitten.

 

Ab er es gibt auch die anderen Hereos. Zum Beispiel die „Alltagshelden“, in deren Kategorie die „Ideenwerkstatt Dorfzukunft Flegessen“ mit dem ersten Preis dotiert worden ist. Flegessen hat mit seinen pragmatischen Ansätzen die Blaupause für andere Dörfer und Gemeinden im Weserbergland geliefert, die sich der Herausforderung der demographischen Entwicklung stellen müssen. Das Albert-Einstein-Gymnasium hingegen hat in der Gruppe „U21“ mit seinem „Projekt Comenius“ beeindruckt. Schülerinnen und Schüler dieses Gymnasiums konnten den Bürgerpreis für ihre vorbildhafte Netzwerkarbeit unter internationalen Schulen entgegennehmen. Mit Helfried Rodemerk indessen ist ein Bürger geehrt worden, der sein Leben der Kreisverkehrswacht Hameln-Pyrmont gewidmet hat. Konkret gesagt: Mehr als 30 Jahre. Noch heute hält er Vorträge für ältere Verkehrsteilnehmer, hatte Projekte wie die „Baustellenbeschilderung“ im Weserbergland ins Leben gerufen und mit seiner vorbeugenden Beratung die Straßen im Weserbergland sicherer gemacht. „Retten, helfen, Chancen schenken“ – dieses Bürgerpreis-Motto ist für ihn wie maßgeschneidert gewesen.

  

U 21 Würdigung

 

In der „Unter 21“ Gruppe haben sich die Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums mit ihrem „Projekt Comenius“ besonders hervorgetan. Was zeichnet diese Preisträger aus? Ganz einfach: Sie stellen die richtigen Fragen zur richtigen Zeit. Sie haben die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg mit Partnerschulen in den Mittelpunkt gestellt. Das verlangt Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit in der Pflege der Beziehungen. Hut ab vor diesen internationalen Netzwerkern, die Brücken zu Partnerschulen in der Türkei, Großbritannien, Spanien, Portugal, Kroatien, Rumänien und Frankreich geschlagen haben. Diese Fähigkeiten sind für die globale Vernetzung des Standortes Deutschland unerlässlich. Und das besondere ist: Zusammen mit den Schülern in den genannten Partnerschulen werden internationale Lösungsansätze erarbeitet. Die Teilnehmer dieses Projektes haben die Herausforderung der Zukunft verstanden – gerade auch für das Weserbergland.

  

Alltagshelden

Landflucht, demographischer Wandel, Abwanderung von Betrieben – Stichworte aus der Alltagslektüre in unseren Tageszeitungen. Sie könnten missmutig machen, wenn da nicht das leuchtende Beispiel der Ideenwerkstatt Dorfzukunft e.V. wäre, die sich scheinbar unabwendbaren Trends in der ländlichen Entwicklung entgegenstemmt. „Ideenwerkstatt Dorfzukunft e.V.“ ist das Ergebnis eines ganz pragmatischen Ansatzes. Die Idee zu diesem Verein wurde im Rahmen der Arbeitsgruppensitzungen zur Rettung der Dorfgrundschule im Sommer vergangenen Jahres geboren. Es ging um die Erhaltung der Lebensqualität, um die Steigerung der Attraktivität für junge Familien als Grundlage des Gemeinschaftslebens. Nur dort, wo Kinder lachen ist die Zukunft greifbar. Es begann mit kleinteiliger Arbeit, mit dem Entwurf von Plakaten, dem Verteilen von Briefkastenflyern. Kurzum der Mobilisierung der Bürgerinnen und Bürger. Was dabei herauskam kann sich sehen lassen. So bietet die „Dorfhochschule“ eine Plattform zum Anbieten und Nutzen lokalen Wissens. Jetzt gibt es Internet-Starterkurse für Senioren, aber auch die Einübung in Moderationstechniken. Der Alltag stellt viele Aufgaben. Man muss sie nur annehmen. So werden die Helden des Alltags geboren!

  

Engagierte Unternehmer

Sie entspricht dem Leitbild einer modernen, selbstbewussten Frau. Nein, wir sprechen hier nicht von der dynamischen Frau aus der Fernsehwerbung, die ihre Familie als kleines mittelständisches Unternehmen darstellt und damit kunstvoll ihr Hausfrauendasein kaschiert. Es geht um Carolina Schmidt-Karsch – oder Frau WINI. Sie verkörpert auf elegante Weise das Wertebewusstseins ihres Markenauftritts, der sich in den Zentralen der großen deutschen Konzerne als design-orientiertes Büromöbel ebenso wiederfindet wie in kleinen mittelständischen Betrieben. Sie lebt WINI als clevere Antwort auf die Aufgaben kommunikativer Büroorganisation und sorgt auch in ihrer unmittelbaren Umgebung in Coppenbrügge für das Tüpfelchen auf dem „i“. Ob es die Weiterentwicklung einer Marktidee für die heimische Kaufmannschaft ist indem das attraktive Firmengelände in Marienau für Ausstellungen zur Verfügung gestellt wird. Oder unbürokratische Hilfe auf kurzem Wege für gemeinnützige Einrichtungen. WINI ist immer die erste Adresse – und letzte Instanz. Und das währt schon mehr als 20 Jahre so. Nicht nur Coppenbrügge und Marienau – das ganze Weserbergland kann sich mit solch einem unternehmerischen Vorbild glücklich schätzen!

 

Lebenswerk

Helfried Rodemerk. Den Namen muss man sich merken. Seit mehr als 30 Jahren ist er in der Kreisverkehrswacht des Landkreises Hameln-Pyrmont aktiv. Er kennt sie aus seiner geschäftsführenden Tätigkeit im Vorstand – und aus der Perspektive des ehrenamtlichen Helfers. Das Projekt „Baustellenbeschilderung“, aber auch die Bereisung aller Bushaltestellen im Bereich Bad Münder ist mit seinem Namen verknüpft. 2009 hat Helfried Rodemerk an der Vorbereitung für den denkwürdigen Auftritt b eim Tag der Niedersachsen mitgewirkt. Er ist der Vermittler zwischen der Kreis- und Landesverkehrswacht. Ein Macher und Vordenker – und das gewissermaßen ein Leben lang. Menschen wie Helfried Rodemerk sind die Stütze unserer Gesellschaft – nicht nur im Weserbergland.