Die Bürgerstiftung Weserbergland läuft mit der Aktion „Handys stiften Zukunft" zur Höchstform auf.

„Die pfiffige Idee, die dahinter steckt: Defekte und veraltete Mobiltelefone werden umweltgerecht entsorgt und in einer der im Weserbergland flächendeckend vertretenen Filialen der Sparkasse Weserbergland abgegeben. Für jedes Handy bekommt die Bürgerstiftung Weserbergland von Vodafone drei Euro – und diese werden wieder im Rahmen der Bürgerstiftung in ein gemeinnütziges Projekt der Region investiert“, sagte Friedrich-Wilhelm Kaup für die Bürgerstiftung Weserbergland. Frank Borris Baum von Car Akustik in Hameln sekundiert als Experte bei der Vorstellung des Projektes: „Der Lebenszyklus eines Mobiltelefons ist vergleichsweise kurz: Im Schnitt wird jedes Gerät nach 18 bis 24 Monaten durch ein neues Gerät ersetzt“.

So entstehen etwa 5000 Tonnen “Elektroschrott“. Es sind nicht abbaubare Stoffe enthalten, die nicht den Boden und das Grundwasser gefährden dürfen. Die Hamelner Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) unterstützt die Idee der Bürgerstiftung und zeigt sich von dem Vorhaben auch deshalb angetan, weil in idealer Weise Umweltschutz und soziales Engagement aufeinander abgestimmt seien. Aber auch in anderer Hinsicht trifft die Bürgerstiftung Weserbergland damit ins Schwarze. „Retten, helfen, Chancen schenken“ lautet das Themenmotto des Deutschen Bürgerpreises 2010. Der Titel sagt es schon: Ehrenamtliches Engagement in seiner ideellsten Ausprägung steht diesmal im Vordergrund. Damit wird die Freiwilligen- und Anerkennungskultur in der Region und auf Bundesebene sichtbar gemacht und gewürdigt. Eine Zielsetzung, die wiederum Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte und dessen stellvertretenden Landrat Thorsten Kellner nachhaltig beeindruckt. 23 Millionen Menschen machen sich in Deutschland freiwillig für ein besseres Zusammenleben stark und die Kommunalpolitik in der Region ist sich bewusst, dass dies das gesellschaftliche und soziale Miteinander im Weserbergland aufrecht erhält. Mit Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke für die Freiwilligen Feuerwehren und Landrat Rüdiger Butte, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, sitzen zwei Vertreter der eindrucksvollsten Freiwilligenorganisationen der Bundesrepublik Deutschland mit im Boot der Bürgerstiftung und haben den Ehrgeiz in diesem Jahr die interessantesten Ideengeber und Lebensentwürfe zum Themenkreis „Retten, helfen, Chancen schenken“ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Vier Kategorien stehen in diesem Jahr in leicht modifizierter Form zur Auswahl: „Lebenswerk“ (herausragende Engagierte, die seit mindestens 25 Jahren aktiv sind), „U21“ (Personen oder Gruppen von 14 bis 21 Jahren), „Alltagshelden“ (Personen oder Gruppen über 21 Jahre) und „Engagierte Unternehmer“ (Gesellschaftliches Engagement von Inhabern/-innen von Unternehmen bzw. Familienunternehmen). Im vergangenen Jahr war Olaf Seifert von der Mosterei Ockensen auf nationaler Ebene in die engere Wahl der Bürger gekommen, die sich um Umwelt und Natur verdient gemacht hatten und Wolfgang Klünder hatte es 2007 sogar zum Bundessieger geschafft mit seiner Arbeit als Fußball-Jugendtrainer – Vorstandsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Kaup ist also zu Recht gespannt, mit welcher Überraschung die Region diesmal im bundesweiten Wettbewerb um den Deutschen Bürgerpreis aufwarten kann. Auf der Siegerstraße befindet sich die Bürgerstiftung im fünften Jahr ihres Bestehens ohnehin. Einzelheiten zu den Bürgerpreis-Wettbewerbsbedingungen gibt es unter www.sparkasse-weserbergland.de. Nicht ohne Stolz kann Geschäftsführer Bernhard Kruppki auf ein Stiftungskapital von 248.193.11 Euro verweisen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 13 Prozent. Hinzu kommt nochmals das Vermögen der Treuhandstiftungen von 288.842,46 Euro. Die bewilligten Zuwendungen beziffern sich auf 20.372,01 Euro. Doch das schönste Bonbon kommt zum Schluss und versüßt nochmals eine soziale Idee: Der Jubiläums-Sparkassenbrief der Sparkasse Weserbergland. Je 1.000 Euro Anlagesumme werden 100 Cent für die Bürgerstiftungsfonds gespendet. Das zeigt jetzt schon eindrucksvoll Wirkung: 13.000 Euro sind bereits zusammengekommen, Stand Anfang März. Eine hundertprozentige Win-win-Situation für die Bürgerinnen und Bürger im Weserbergland.