Das Frauenländerspiel Deutschland-Schweden am kommenden Dienstag im Weserberglandstadion hat gute Chancen sich mit einem Rote-Karten-Rekord in die Geschichte des internationalen Damenfußballs zu schreiben

Aber nicht, weil die Damen beim U19-Frauenländerspiel Deutschland-Schweden in Hameln besonders ruppig zur Sache gehen, sondern weil „ein Zeichen“ gesetzt werden soll. „3000 Rote Karten gegen Rassismus und Vorurteile“, so Bernhard Kruppki von der Bürgerstiftung Weserbergland, sollen nach dem Willen des Integrationsprojektes „Fußball-Brücke“ vom Stadionpublikum in der Spielpause demonstrativ gezückt werden. Und so wird der Coup eingefädelt: Vor dem Länderspiel wird das Stadionheft verteilt. Jedem Heft ist eine Rote Karte beigefügt. In der Halbzeitpause werden alle Zuschauer aufgefordert, die Rote Karte aus dem Heft zu nehmen und diese demonstrativ gegen Rassismus und Vorurteile zu zeigen.

Begleitend finden vor dem Stadion weitere Aktivitäten statt: Torwandschießen, Torschußmessanlage (Wettbewerb nach Altersgruppen und mit Promis) und ein Aktionsstand der Bürgerstiftung Weserbergland. Ausgeheckt und vorbereitet haben das Ganze Andreas Wittrock, „Fußball-Boss“ vom Fußballkreis Hameln-Pyrmont, „Fußball-Brücken“-Ideengeber Gerhard Paschwitz und Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland. „Wir wollen für die gute Sache die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erringen“, sagt Kaup mit berechtigter Hoffnung, was ihm angesichts der zahlreichen Zuschauer aus dem Weserbergland auch gut gelingen dürfte. Schon jetzt haben mehr als 2000 Fußballbegeisterte aus der Region ihre Karte reservieren lassen. 16 Jugendliche der Hamelner Südschule – Königschule – sind aktiv in die Organisation eingebunden. Sie verstehen es als besondere Auszeichnung des Fußballkreises Hameln-Pyrmont und des niedersächsischen Fußballverbandes. Sie sind besonders motiviert weil sie sich allesamt auf den Trainerschein und den Schiedsrichterschein vorbereiten – und da geht es in erster Linie eben um Fair Play und Rote Karten für diejenigen, die sich nicht daran halten.